Weltherrschaft geht nicht von heute auf morgen, aber der Weg dahin ist auch nicht schlecht
Artikel von Christoph Magnussen.
Was haben die erste große Liebe und die erste Gründung gemeinsam? Den unerschütterlichen Glauben daran, dass es für ewig hält und sich alles so entwickelt, wie gemeinsam erträumt. Für Gründungs-Wellen, wie sie derzeit wieder im Gange sind, gelten die 4 „F“: „Founding, Funding, Fatalism and F… hard work“ mit dem großen Endziel, wie sollte es anders sein: World Dominion! Pech nur, wenn es ein paar Tage länger dauert als geplant. Dann ist die Enttäuschung meist groß. Aber Gott sei Dank ist Gründen mehr als das. Und damit es beim nächsten Mal kein böses Erwachen gibt, wenn doch mehr Puste gefragt ist, als gedacht, habe ich hier die vier Gründer-Gesetze für den nächsten Versuch, die Weltherrschaft an sich zu reißen:
1. Das Gras auf der anderen Seite sieht immer grüner aus.
Das Unternehmerleben ist herrlich! Man ist sein eigener Chef, man kann lange schlafen, kann eigentlich aus der Hängematte heraus arbeiten und wird dann noch mit Geld überhäuft. Sicherlich – und warum sollten denn ausschließlich 25 jährige amerikanische Jung-Unternehmer Milliardär werden können? Das sollte doch auch für uns gelten!?
Das ist die rosa-rote Brille vor einer Gründung, die alles andere schöner und strahlender aussehen lässt, als den eigenen Job oder die eigene Firma. Man schaut auf ein Geschäftsmodell und denkt sich “Mensch na klar, die haben das gut. Und ich murks mich hier so ab.“ In dem Moment gilt es cool zu bleiben und einmal in Ruhe durchzuatmen, bevor man alles stehen und liegen lässt. Es gibt immer einen, der die Rechnung bezahlen muss, es gibt auch immer ein paar Opfer, die man bringen muss und es gibt auch immer ein paar dumme Sprüche, die man sich bei einer neuen Gründung anhören muss. Alles hat seinen Preis.
2. Cash ist King – das war so, das ist so, das wird immer so bleiben.
Ich liebe den Satz: „Was wir machen ist anders als früher“ oder „die Mechanismen haben sich doch völlig geändert“. Dazu fällt mir nur eine Sache ein: BULLSHIT! Das was zählt ist „Cash in de Täsch“. Wer gründet sollte auf ein paar Punkte achten: (a) wo die Kohle herkommt, (b) wie man sie zusammenhält, und (c) wie man es sinnvoll einsetzt.
Auf die Kohle achten hilft, um Krisenzeiten zu überstehen, weiter zu wachsen und sich selbst dann auch mal ein vernünftiges Gehalt zu genehmigen.
3. Company-Building – Bauen macht mehr Spaß als Wohnen.
Viele Gründer starten mit dem großen Ziel, einen Exit zu machen. Jeden Tag hält man sich das Ziel wieder vor und versucht ihm ein Stück näher zu kommen. Alles richtig, aber man darf eines dabei nicht vergessen: das Bauen ist die Herausforderung.
Es ist ein großartiges Gefühl, an dem Geschäftsmodell zu arbeiten, an Prozessen zu schrauben, die Firma jeden Tag ein Stück größer und besser zu machen. Das ist das, was den richtig erfolgreichen Unternehmer ausmacht. Sie lieben es, sich völlig in eine einzige Sache zu vertiefen. So wie ein Songwriter, der einen neuen Titel schreibt oder ein Designer, der eine Kollektion entwirft. Sie bauen an der Firma. Der Erfolg am Ende ist gar nicht mehr so wichtig. Der kommt von allein.
4. Die Profikiller-Mentalität macht den Unterschied.
Beim Gründen laufen auch mal Sachen schief. Vielleicht klappt es auch mal gar nicht mit der Firma und man muss nochmal starten. Who cares! Jeder schießt mal daneben. Allerdings läuft ein Profikiller nach einem Fehlschuss nicht wie wild im Kreis und ärgert sich über seine zittrige Hand. Im Gegenteil! Er bleibt in aller Ruhe stehen, lädt nochmals durch und drückt erneut ab.
Die Wahrscheinlichkeit bei einer Gründung Mist zu bauen ist hoch. Sich an dieser Stelle nicht zurückzuziehen, sondern die Gelassenheit zu entwickeln und in stoischer Ruhe weiterzugehen macht den Unterschied.
Weltherrschaft ist ein super Ziel und ein Gründer, der behauptet, dass er noch nie an den großen Geldregen gedacht hat, der lügt oder hat aufgegeben, bevor er gestartet ist. Wer aber keinen Spaß an der Sache hat und bei jedem kleinsten Widerstand mit sich ringt, der sollte sich überlegen, ob er nicht doch lieber mit Platzpatronen auf den Übungsplatz geht.
Mehr darüber lesen? Hier gibt es spannende Lektüre, die ich wärmstens empfehlen kann.
